Der Thüringer Radweg mit den 4-Sternen

Auf einer Strecke von 123 km Länge ist Thüringer Landschaft zu erleben – vom Wald bis zum Weinberg, von der Ilmquelle bis zur Mündung in die Saale, von Ilmenau über Weimar bis nach Großheringen.

Schon gewusst?
Eine Studie im Auftrag der Thüringer Tourismus GmbH ergab, dass der Ilmtal-Radweg der beliebteste Radweg in Thüringen ist!

Burgen, Schlösser und UNESCO-Welterbe-Stätten reihen sich aneinander. Es lohnt, sich ausreichend Zeit zu lassen, um Sehenswürdigkeiten zu entdecken und herzhafte Thüringer Küche genießen zu können.

Als erste Radroute in Thüringen wurde sie vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als ADFC-Qualitätsradroute mit vier Sternen ausgezeichnet. Aus radtouristischer Sicht bedeutet dies, dass man – abgesehen von einer malerischen Landschaft – auch in den den Bereichen Befahrbarkeit, Wegweisung, Routenführung, Sicherheit und Service mit bester Qualität verwöhnt wird. 

Karte der Etappe

Etappe – Von Allzunah nach Ilmenau (15 km)

Von Allzunah (Ortsteil von Frauenwald) am Rennsteig, dem Höhenweg des Thüringer Waldes, geht es mit dem Rad hinab durch das Tal nach Stützerbach. Hier entspringt die Ilm gleich aus mehreren Quellbächen.

Schon gewusst?
Der Ilmenauer Hausberg Kickelhahn ist 861 m hoch. Auf dem Berg thront ein 24 m hoher Aussichtsturm, der zugleich Wahrzeichen der Stadt Ilmenau ist. Der Ausblick vom Kickelhahn inspirierte Goehte zu seinem Gedicht "Wandrers Nachtlied". Eine Tafel erinnert daran.

Stützerbach ist bekannt als Luftkurort und kann über häufige Besuche Goethes berichten. So gibt es hier ein Goethehaus, das direkt am ca. 20 km langen Wanderweg auf des Dichters Spuren liegt. Über Manebach führt der Radweg nach Ilmenau, der Universitäts- und Goethestadt, die einen ausgedehnten Aufenthalt wert ist.

Karte der Etappe

Etappe – Ilmenau bis Kranichfeld (36 km)

Von der Südstadt Ilmenaus geht es durch das Schortetal entlang des Ilmufers nach Langewiesen und Gräfinau-Angstedt. Mit mehreren möglichen Abstechern an der Saline Oberilm und der Museumsbrauerei in Singen führt der Weg über Griesheim bis nach Stadtilm.

Schon gewusst?
Der Viadukt in Stadtilm über das Tal der Ilm ist 202 m lang und 7 m breit. Er wurde bereits 1893 eröffnet.

Dem Radweg weiter folgend, erreicht man die Kunst- und Senfmühle Kleinhettstedt, in der über 20 Senfsorten hergestellt werden und zum Kosten bereit stehen. Ein kurzes Stück weiter führt der Weg zur Karsthöhle nach Dienstedt und in die im Weimarer Land gelegene Zwei-Burgen-Stadt Kranichfeld. Das Oberschloss und die Niederburg sind beeindruckende Wahrzeichen der Stadt.

Karte der Etappe

Etappe – Kranichfeld über Bad Berka nach Weimar (30 km)

Von Kranichfeld führt die Ausschilderung direkt nach Tannroda, einem kleinen Städtchen im Weimarer Land mit einer sehenswerten Schloss- und Burganlage sowie dem Thüringer Korbmachermuseum. Durch eine malerische Landschaft geht es bis in die Kurstadt Bad Berka, die schon seit knapp 200 Jahren Badeort ist. Der Kurpark inmittem der Stadt bietet Künstlerisches für Augen und Ohren, eine Kneippanlage und den Goethebrunnen, dessen Wasser heilende Wirkung verspricht.

"Weimar war gerade nur dadurch interessant, daß nirgends ein Zentrum war. Es lebten bedeutende Menschen hier, die sich nicht miteinander vertrugen, das war das Belebendste aller Verhältnisse, regte an und erhielt jedem seine Freiheit." Johann Wolfgang Goethe

Durch Hetschburg in Buchfart angekommen, passiert man nahe der Hausbrücke aus dem 17. Jh. die Mühle Buchfart. Der kleine Ort Buchfart liegt am Goethe-Wanderweg (Weimar-Großkochberg) und am Drei-Türme-Wanderweg (Rundwanderweg um Bad Berka). Weiter geht es durch Oettern nach Mellingen. Hier kreuzt der Radweg den Feininger-Radweg, weit sichtbar durch den Feiningerturm am Ortsrand. Diese Etappe endet im Park an der Ilm der Kulturstadt Weimar. Hier ist ein längerer Aufenthalt einzuplanen, um sich von der Klassikerstadt begeistern zu lassen.

Karte der Etappe

Etappe – Weimar nach Eberstedt (25 km)

Es ist eine reizvolle Strecke entlang kleiner Dörfer, die sehr oft vom klassischen Weimar geprägt sind: Die Parkanlagen von Tiefurt und Kromsdorf sind durch den Maria-Pawlowna-Promenadenweg miteinander verbunden. In beiden Orten findet man jeweils ein Schloss, welches Geschichten über den Musenhof der Herzogin Anna Amalia und das Wirken der Großherzogin und russischen Großfürstin Maria Pawlowna erzählt. Im folgenden Ort Denstedt fallen besonders die Mühle und die Burg über der Ilm ins Auge. Nahe Denstedt finden Radler einen gut ausgestatteten Rastplatz, der einen wunderbaren Ausblick über die Landschaft bietet.

Schon gewusst?
Schon die alten Griechen kannten die heilende Wirkung von Senf und Senföl. Es ist durchblutungsfördernd und keimtötend.

Nach einem Besuch des Wielandgutes in Oßmannstedt führt der Radweg nach Niederroßla und Zottelstedt. Hier angekommen lohnt sich ein Abstecher in die Glockenstadt Apolda, in der moderne Strickmoden und Kunst zu Hause sind. Über Wickerstedt geht diese Etappe in Eberstedt zu Ende. Hier empfiehlt sich ein Besuch der Ölmühle. 

Karte der Etappe

Etappe – Eberstedt über Bad Sulza bis zur Mündung (14 km)

Nach einer Pause an der Historischen Ölmühle Eberstedt geht es hügelabwärts bis nach Bad Sulza. Thüringens einzige Kur- und Weinstadt mit dem historischen Kurpark, der Trinkhalle, dem Gradierwerk "Louise" und den Salintechnischen Anlagen lohnt einen Besuch. Aus der Stadt heraus wird man bis zur Saalemündung von Weinbergen begleitet.

"Trink ihn aus, den Trank der Labe, und vergiß den großen Schmerz! Wundervoll ist Bacchus' Gabe, Balsam fürs zerrißne Herz." Friedrich Schiller

Am Ende des Ilmradweges fährt man entweder auf dem Saaleradweg weiter, oder aber man kehrt ein: Das Weingut Zahn erwartet seine Gäste mit preisgekrönten Saale-Unstrut-Weinen und einer guten Gastronomie. Vom Bahnhof in Großheringen geht es bequem zurück nach Weimar – die Fahrradmitnahme ist möglich.