Ein blumiger Abstecher vom Radweg - ein Tag in Apolda

Es ist Sonntag, die Sonne scheint und ich habe einen entspannend-inspirierenden Tag im Weimarer Land vor mir. Apolda lockt mit der Landesgartenschau viele Besucher in die Glockenstadt und ich habe den Tipp bekommen, dass man auch entlang des „Roten Fadens“ einige sehenswerte Ecken der Stadt entdecken kann.

Blütezeit Apolda auf der Landesgartenschau

Da ich um 15 Uhr einen Termin im Paulinenpark habe, starte ich den Tag direkt auf dem Gelände der Landesgartenschau in der Herressener Promenade.

Das Tagesticket kostet 15 Euro und ich bleibe gleich mal einige Zeit am Lohteich „hängen“. Eine Fontäne sprüht in der Mitte des Teiches, Familien rudern im Boot darüber und die Enten schwimmen zwischen ihnen hindurch. Herrlich! Ich ergattere mir mit meinem kühlen Getränk aus dem Kiosk einen Platz im Strandkorb und werde von Trommel- und Bongoklängen von der gegenüberliegenden Seite des Ufers überrascht. Hier lässt es sich aushalten!

Blühendes Musikprogramm auf der Gartenausstellung

Da ich aber erst ca. 1/10 des Geländes gesehen habe, setze ich meinen Weg Richtung Friedensteich fort und werde gleich wieder überrascht – an vielen Orten treten heute Musiker, Bands und Chöre aus dem gesamten Weimarer Land auf und ich höre, wie die Besucher neugierig fragen, wann es heute noch weitere Auftritte geben wird. Die Musik kommt gut an - überall sehe ich entspannte Besucher, die es sich in den vielen Liegestühlen, Hängematten oder auch auf Liegesteinen bequem machen und die wunderschönen Gartenlandschaften genießen. Dazu gibt es an drei Orten auf dem Gelände Anlaufstellen für Speisen und Getränke und auch einen Gärtnermarkt, auf dem ich mir eine niedliche Schürze im Original Apoldaer Design ergattere – was für ein schönes Souvenir!

 

 

Inspirierende Ausstellungen für Garten und Haus

Es zieht mich in die Schaugärten, ich bin neugierig, welche Ansätze zur Gartengestaltung hier vorgeschlagen werden. Eine Idee bleibt besonders hängen – den Garten wie ein Wohnzimmer betrachten! Dies kann man super mit den Beispielen für die grün-graue Farbgestaltung (Beton kann toll aussehen!) oder die Verwendung von Natursteinen aus der Region kombinieren. Denn darauf wird oft Wert gelegt – zu zeigen, welche Pflanzen und Rohstoffe aus der Nähe für die Gartengestaltung verwendet werden können. Das Weimarer Land hat hier einiges zu bieten. Und dazu hin und wieder ein kreativer Hinweis auf die Strickgeschichte Apoldas, in dem zum Beispiel ein Beet im Strickdesign angelegt oder ein Garten mit einem Riesenstrumpf verschönert wurde. In der Ausstellungshalle dahinter gibt es passenderweise auch viele kreative Ideen für Blumengestaltung in Verbindung mit Designelementen im Haus.

Mit dem Roten Faden durch Apolda

Ein Baumstamm mit einem roten Blumengeflecht

Ja, man kann wirklich den ganzen Tag auf dem Gartenschaugelände verbringen – nun bin ich aber auch neugierig auf die Stadt selbst und mache mich auf den Weg Richtung Paulinenpark. „Hey, warum folgt ihr eigentlich den roten Blümchen?!“, ruft ein kleiner Junge, der seinen Eltern hinterher stolpert. Ja, gut Frage, was machen eigentliche die ganzen Häkelblumen in der Stadt? Sie bilden tatsächlich einen roten Faden von der Herressener Promenade durch die Innenstadt, vorbei an vielen bunt besprühten Äpfeln, bis hin zum Paulinenpark. Eigentlich braucht man keine Karte. Es reicht an Laternen und Bäumen immer mal wieder empor zu schauen, um die Strickgeschichte Apoldas zum Greifen nah zu spüren. Am Ziel angekommen – dem GlockenStadtMuseum – findet sich auch die Aufklärung zum Roten-Faden-Projekt.

Entspannen im Paulinenpark

Nach dem quirligen Treiben auf der Landesgartenschau ist es sehr angenehm im Paulinenpark anzukommen. Das Gelände ist herrlich hergerichtet, mit gemütlichem Weg zum Schlendern, einladenden Bänken, Vogelgezwitscher und einem wirklich großen Spielplatz, der einem See nachempfunden wurde! Jetzt wäre ich gern nochmal Grundschüler…da ich aber schon ein paar Jahre aus der Schule raus bin, schlage ich den Weg zum Café Ella ein. Ein toller Garten mit Terrasse, Pavillon, Liegestühlen und Aussicht auf den Paulinenpark. Nach meinem Cappucchino und einer Thüringer Kuchenplatte bin ich pünktlich um 15 Uhr direkt am GlockenStadtMuseum nebenan. Im Garten hinter dem großen, mit Kleidern behangenen Museum (wieder ein Hinweis zur Textilindustrie Apoldas) versteckt sich ein kleiner Pavillon vor dem schon einige Stühle bereit stehen – jeden Sonntag findet hier „Theater im Pavillon“ statt. Ein kostenfreies Kultur-Angebot vom GlockenStadtMuseum, im Schatten der Bäume mit Theaterstücken zum Schmunzeln für Erwachsene. Was für eine herrliche Atmosphäre! Ich mach es mir gemütlich und genieße für ca. eine Stunde das kleine Schauspiel von Gerben van der Heide und Christine Schneider.